9. November 2011

Nachdenklich gestimmt irgendwie.

Seit meinem Unfall gestern morgen in der Küche habe ich ehrlich verdammt viel Zeit zum Nachdenken.
Ich sitze die ganze Zeit nur zu Hause, kann groß nichts machen.
Selbst Autofahren wird zur Qual, weil man das Auto nicht richtig anmachen kann mit der rechten Hand.
Da merkt man erstmal, wie sehr man auf all' seine Finger angewiesen ist.
Aufwaschen? Bügeln? Haare waschen? Selbst der Gang ins Bad wird zur Qual.
Aber ich wär' ja nicht ich, wenn ich mir da nicht zu helfen wüsste. Irgendwie wird das gepackt die nächsten 14 Tage bis die Fäden gezogen werden. :)

Naja. Und dann habe ich eben was gelesen, was mich echt irgendwie berührt hat.
Ich frag' mich, woher das Mädel nach der ganzen Scheiße der letzten 3-4 Monate zwischen uns noch die Kraft und den Mut nimmt so ein Gedicht zu verfassen...
Ich für mich blende alles aus, was mich irgendwie runterziehen könnte, nur grad' sieht's irgendwie schlecht aus.
Da fängt man an, das erste Mal seit Monaten über das Vergangene und Geschehene nachzudenken und kommt zu dem Ergebnis, dass es verdammt dumm gelaufen ist. Dass alles irgendwo unser beiden Verschulden war, dass es so geendet ist. Das nur ein falsches Wort, ein falscher Satz, ein falscher Kommentar alles zerstört hat. Das so was das Fass zum Überlaufen gebracht hat bei mir.
All' die unausgesprochenen Dinge und die Wut über Sachen, die passiert sind damals haben mit einmal alles zerstört. Das Vertrauen wurde kaputt gemacht und auch das letzte Fünkchen Hoffnung auf Besserung ihres Verhalten wurde nieder getrampelt.
Tja. Und nun? Steh' ich dumm da und weiß nicht, was ich dazu sagen soll, nachdem ich das alles von ihr gelesen habe. Habe ich überhaupt das Recht mich irgendwie zu äußern dazu?
Ich denke nicht. Nicht nachdem, was ich die letzten Wochen alles falsch gemacht habe, auch wenn es nun mal meine Meinung ist und ich auch noch dazu stehe. Ich weiß schließlich selbst wie es ist, ein Jahr und 6 Monate seines Lebens wegzuwerfen auch wenn es nicht ganz allein meine Schuld war. Falsche Lehrer, eine Familie, die einen das Leben irgendwo zur Hölle gemacht hat und mit deren Folgen ich auch heute noch zu kämpfen habe. Deswegen verstehe ich einfach nicht, wie sie so leichtsinnig mit dem doch irgendwo gewonnen Jahr umgehen kann. Man hat die Möglichkeit, sich nochmal richtig reinzuknien, was zu ändern, sich doch noch ein wenig zu verbessern.
Ich für mich sehe das halbe Jahr nach dem Praktikum bis zum Studium als verloren an. Weil es einfach nicht vorran geht auf dem Weg nach oben. Weil es einfach nur aufhält.
Aber ich geb' nicht auf in dem halben Jahr doch noch einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen. Und wenn ich nur als Aushilfe in einem Schuhgeschäft hier in Schmalkalden arbeite.
Ich wär' nicht ich, wenn ich das nicht packen würde. Schließlich haben meine Eltern nicht umsonst ein Schuhgeschäft gehabt und ich das Wissen vom Schuhe verkaufen und vom Umgang mit den Kunden von der Picke auf doch irgendwo gelernt habe. Meine Erfahrung auf dem Gebiet wird sich hoffentlich bezahlt machen.
Im Nachhinein sehe ich den Schulabbruch als sinnvoll an. Ich konnte in meiner alten/neuen Heimat nochmal ganz von vorn anfangen und habe mein Ding durchgezogen, wo mir damals im Sauerland der Mut gefehlt hat.
Jetzt bin ich stolz, wenn ich hinter jedem kleinen Erfolg einen Haken machen kann.

Also wenn du das hier liest Emina. Denk' einfach mal drüber nach. Willst du noch ein Jahr deines Lebens einfach so wegwerfen ohne was erreicht zu haben, was Beruf und Studium angeht? Ich will dir nicht vorschreiben, was du zu tun und zu lassen hast. Aber ich spreche in dem Gebiet aus Erfahrung. Sogar aus doppelter wenn man die Zurückstufung in eine andere Klasse nach dem zweiten Umzug dazu zählt. Ich bin die dreifach Gearschte, was das Bildungsystem in Deutschland angeht. Also nutze einfach deine Chance und mach' was aus dem Jahr. Auch wenn's schwer fällt. Wenn man alles nun schon zum zweiten Mal hört.
Aber man lernt nie aus, sein ganzes Leben lang nicht. Man hat immer die Möglichkeit noch was zu ändern, seine Noten zu verbessern.
Meine Entscheidung ist es nicht und die will ich dir auch nicht abnehmen. "Das ist ganz allein, wie man sagt, dein Bier.", um mal Dumbledore aus "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" oder besser gesagt, Joanne K. Rowling zu zitieren. :)

So. Genug geschrieben.  Ich stell' mich dann mal auf eine weitere schlaflose Nacht voller Schmerzen im Daumen ein.

Einen schönen Abend wünscht euch,
eure Briiiiiiiiiina. ♥